DIN EN 12101-2

Drastische Auswirkungen der europäischen Norm DIN EN 12101-2 auf den Bereich RWA

Bretz & Hufer Gebäudesystemtechnik GmbH / Frankfurt DIN EN 12101-2Seit September 2006 müssen alle natürlich wirkenden Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG) (ausgenommen Treppenräume) den Verwendbarkeitsnachweis nach DIN EN 12101-2 erbringen oder über eine Zustimmung im Einzelfall bei der obersten Bauaufsicht genehmigt werden.


Die bisherig gültige Rechtslage

Die bisher in Deutschland gültige Prüfnorm für Rauchabzugsgeräte ist die DIN 18232-3, die in der Bauregelliste (BRL) A Teil 2 (nicht geregelte Bauprodukte) als relevante technische Regel benannt ist. In dieser Norm wurden nur Rauchabzugsgeräte für den horizontalen Einbau bis 25° Dachneigung erfasst. Der Verwendbarkeitsnachweis der Geräte wurde über ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (ABP) nachgewiesen.

Die gängige Praxis war, dass die Öffnungsaggregate (Linear- oder Kettenantriebe) von beliebigen Herstellern mit beliebigen Fenstern oder Lichtkuppeln unter Einhaltung der notwendigen Entrauchungsflächen (meistens Vorgaben durch Planer, Abnahme durch Sachverständige) kombiniert werden.

Zusätzlich gilt die gemäß Ausgabe der BRL 2005/1 neu in die Bauregelliste B Teil 1 aufgenommene DIN EN 12101-2 für den Vertikalfassadenbereich. Streng genommen müssten NRWGs im Vertikalfassadenbereichbereits seit diesem Zeitpunkt den Verwendbarkeitsnachweis nach DIN EN 12101-2 erbringen – darauf weist die Bauregelliste hin - oder über eine Zustimmung im Einzelfall bei der obersten Bauaufsicht genehmigt werden. In der Praxis wurde dies bisher jedoch noch nicht durchgängig umgesetzt, d.h. es werden nach wie vor oftmals Öffnungsaggregate von beliebigen Herstellern mit beliebigen Fenstern oder Lichtkuppeln kombiniert.

Die DIN EN 12101-2 ist gültig für den Vertikal- und Horizontalbereich, gilt im Horizontaldachbereich allerdings parallel zur oben beschriebenen DIN 18232-3.

Treppenhaus-RWA und Aufzugsschacht-Entrauchungen (gemäß Bauregelliste C) fallen dagegen nicht in den Anwendungsbereich der DIN EN 12101-2.

 

Was änderte sich seit dem 01.09.2006 ?

Seit dem 01.09.2006 ist die DIN EN 12101-2 als Prüfnorm allein gültig, die DIN 18232-3 wurde gestrichen. Seit diesem Zeitpunkt dürfen nur noch geprüfte Komplettlösungen (NRWG), bestehend aus Fenster und Antrieb sowie Kranz, RWG-Beschlag, Lichtkuppel und Windleitführung eingesetzt werden, die über einen in § 17 Musterbauordnung (MBO) vorgeschriebenen Verwendbarkeitsnachweis verfügen! Das kann entweder eine CE-Kennzeichnung für gesetzlich geregelte Bauprodukte bei Standardgeräten oder eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) bei individuell konzipierten Fassaden und Dachgestaltungen sein.

Die bisher gängige Praxis, bei einem beliebigen Hersteller einen Antrieb zu kaufen um ihn an ein vorhandenes Fenster zu montieren, ist somit nicht mehr ohne weiteres möglich, da es sich bei diesem „Mix“ nicht um eine geprüfte Komplettlösung handelt.

Grundsätzlich ergeben sich für den Errichter zwei Möglichkeiten, den förmlichen Verwendbarkeitsnachweis nach § 17 MBO zu dokumentieren:

1. Mehrere Hersteller von Fassadensystemen, Fenstern und NRA-Geräten stellen dem Markt bereits geprüfte "Standard“-Systemlösungen zur Verfügung. Geprüfte NRWG werden durch ein bauproduktenrechtliches CE-Zeichen gekennzeichnet. Der Hersteller der RWA-Geräte ist für das Anbringen des CE-Zeichens verantwortlich. Mit einem bauproduktenrechtlichen CE-Zeichen nach DIN EN 12101-2 geprüfte NRWG besitzen damit zugleich den nach § 17 MBO vorgeschriebenen Verwendbarkeitsnachweis.

2. Vom "Standard“ abweichende Fassaden mit integrierten NRA-Geräten, die nicht über eine CE-Kennzeichnung nach DIN EN 12101-2 verfügen (also der oben beschriebene Mix an Produkten), benötigen die im § 20 der MBO beschriebene Zustimmung im Einzelfall (ZiE).

Bei Bauantragstellung durch den Bauherren sollte die ZiE bei der obersten Baubehörde des jeweiligen Bundeslandes beantragt werden, in dem sich das Gebäude mit den einzubauenden Geräten befindet, da die ZiE ausschließlich gebäudebezogen geprüft und erteilt wird.

 

Fazit:

Für den Errichter bedeutet dieses u.U. eine Umorientierung in seiner Vorgehensweise, denn seit dem 01.09.2006 dürfen NRA-Geräte nicht mehr "wie gewohnt“ verbaut werden. Allerdings betrifft diese Umorientierung lediglich den Bereich der Öffnungsaggregate, denn die DIN EN 12101-2 regelt nicht die Auswahl der RWA-Zentralen, Rauchmelder, Kabel, etc.

Welche Hersteller bereits nach DIN EN 12101-2 geprüfte NRWGs anbieten, erfahren Sie über uns.

 

Quelle

Bretz & Hufer Gebäudesystemtechnik GmbH / Frankfurt DIN EN 12101-2BHE e.V.
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